„Opposition“ in Syrien nicht-existent

Der vom Westen besorgte „Bürgerkrieg“ in Syrien

22. Februar 2016

Täglich verbreiten die westlichen Propaganda-Medien, Assad und sein Regime trügen die alleinige Verantwortung für mehr als 200.000 Tote, Millionen Flüchtlinge und die Zerstörung Syriens. Als schrecklicher Gewaltherrscher und Unterdrücker des Volkes habe er die zunächst friedlichen Demonstrationen mit Gewalt niedergeschlagen und verhindere durch einen fortgesetzten barbarischen Krieg gegen die „Opposition“ in seinem Land eine friedliche Lösung. Die moralisch gerechtfertigte Forderung des demokratischen Westens sei: Der Diktator müsse gestürzt und der „gemäßigten Opposition“ in diesem „Bürgerkrieg“ zur Macht verholfen werden. – Versuchen wir, hinter diese Propaganda-Kulisse zu blicken.

Gewachsene Feudalstrukturen in der arabischen Welt

Zunächst gilt festzustellen: Es gibt keine Lebensverhältnisse in Syrien, für die man Begriffe einer Demokratie im westlichen Sinne, die dem Anspruch nach auf der Selbstbestimmung der freien Individualität beruht, gebrauchen könnte. Der Begriff „Opposition“ ist daher irreführend. In der ganzen arabischen Welt herrschen gewachsene feudalstaatliche Strukturen, die auf Clan, Stamm und Konfession beruhen. Diese ringen mit- und gegeneinander um die Macht in einem Staate, dessen Grenzen zumeist von den früheren Kolonialmächten gezogen wurden. Und wer die Macht blutig erkämpft hat, betrachtet diesen Staat und seine Ressourcen in erster Linie als seinen Privatbesitz. Dem Einzelnen kommt gegenüber der Familie, dem Clan und dem Stamm keine Unabhängigkeit zu. Er ist ihr unselbständiger Bestandteil und ihrer Autorität untergeordnet. Dieses gesellschaftlich durchgängige Autoritätsverhältnis wird noch durch das Unterwerfungsgebot des Islam unter einen höchsten Willen ungeheuer verstärkt (vgl.: Islam, Sippenbindung). In all dem ist begründet, dass es kaum ein selbständiges Bürgertum gibt, das Träger einer Demokratie sein könnte. Ein erfahrener Nahost-Korrespondent konstatiert:

Die Identität des Einzelnen ist in der Regel Teil der jeweiligen Gruppenidentität. Ein Individualismus, wie er im Westen gelebt wird, unter den Bedingungen von Mobilität und Moderne, kann sich im Kontext einer blockierten gesellschaftlichen Entwicklung kaum entfalten, geschweige denn durchsetzen. … Konfessionalismus und Stammesdenken gehen häufig einher mit Intoleranz und Gewaltbereitschaft gegenüber Angehörigen anderer und rivalisierender Gruppen. Macht wird nicht verstanden als ein Mechanismus zum Ausgleich unterschiedlicher Interessen, sondern als totalitäres Mittel zum Zweck, anderen den eigenen Willen aufzuzwingen oder aber sie zu vernichten. Das gilt für säkulare Despoten vom Schlage eines Saddam Hussein oder Baschar al-Assad ebenso wie für radikale Islamisten. Sie suchen nicht den Kompromiss, sondern den Endsieg. Das tun die jeweiligen Gegner allerdings auch – deren Mentalitäten unterscheiden sich nicht notwendigerweise von jenen der Machthaber.“ 1

hier weiterlesen: https://fassadenkratzer.wordpress.com/2016/02/22/der-vom-westen-besorgte-buergerkrieg-in-syrien/

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