Wer unterstützt ISIS? (3)

Wer finanziert den IS?

Friederike Beck

Auf dem G-20-Gipfel in Antalya am 15. und 16. November ließ der russische Präsident Wladimir Putin eine Bombe platzen. Seltsamerweise hörte man über die brisanten Informationen wenig bis gar nichts in den westlichen Medien.

»Ich lieferte Beispiele, die mit unseren Daten unterlegt sind, über die Finanzierung von Einheiten des Islamischen Staates durch natürliche Personen in verschiedenen Ländern. Die Finanzierung kommt wie wir herausgefunden haben aus 40 Ländern, darunter einige G20-Mitglieder«, so der russische Präsident in Antalya. »Es ist unmöglich den IS zu schlagen, ohne seine Finanzierung abzuschneiden.«

»Dieses Thema [der Terrorismusbekämpfung] war zentral. Besonders nach der Tragödie in Paris begreifen wir alle, dass die Mittel der Terrorismusfinanzierung unterbrochen werden sollten.«

Zum Beweis seiner Worte legte Putin den Versammelten Satelliten- und Luftbilder vor, die das Ausmaß des IS-Ölhandels zeigen. »Ich habe die Satellitenbilder, die das wahre Ausmaß des illegalen Handels mit Öl und Erdölprodukten demonstrieren, unseren Kollegen gezeigt. Transportkonvois ziehen sich über Dutzenden Kilometer und erstrecken sich bis zum Horizont, wenn man sie aus einer Höhe von 5000 Metern anschaut«, sagte der russische Präsident anschließend auf einer Pressekonferenz.

Wartende Öltrucks im Fokus der russischen Bomber

Quelle: YouTube Screenshot.

Der russische Generalstab ließ zu den Filmaufnahmen verlauten, man habe ca. 500 Öltanklastwagen zerstört, die illegal Öl von Syrien zur Weiterverarbeitung in den Irak transportieren. »In den vergangenen Jahren haben der Islamische Staat und andere Extremistengruppen auf den Territorien, die sie kontrollieren, Operationen einer sogennannten ›Pipeline auf Rädern‹ organisiert«, so der Sprecher des russischen Generalstabs Andrej Kartapolow.

Auf diesem Wege seien Hunderttausende von Tonnen Rohöl zur Weiterverarbeitung in den Irak geliefert worden. Die Einkünfte aus diesen illegalen Exporten sei eine der Haupteinnahmequellen der Terroristen.

Um welche Summen geht es?

Spiegel online berichtete im September, dass mindestens 14 Öl- und Gasfelder im Irak und in Syrien mit ihren Förderanlagen und Raffinerien in der Hand des IS seien, »manche von ihnen seit zwei Jahren«. Davor seien sie in der Hand der Al-Nusra-Front gewesen. Auf »täglich zwischen ein bis fünf Millionen Dollar wurden die Öleinnahmen des IS zuletzt geschätzt«. Das macht im Jahr zwischen 365 Millionen und 1,825 Milliarden Dollar. Putin sagte in Antalya weiter:

»In den ersten paar Tagen hat unsere Luftwaffe 500 Öltrucks zerstört, was die Ölexportkapazitäten der Militanten stark reduzierte und dementsprechend ihre Einkünfte aus dem Ölschmuggel.«

Gleichzeitig kündigte der Chef der operativen Verwaltung des Generalstabs der russischen Streitkräfte, Generaloberst Andrej Kartapolow, nach Eintreffen des französischen Flugzeugträgers gemeinsame Aktionen mit der französischen Luftwaffe an – ein ungemein genialer und kaum zu kritisierender Coup der Russen, die NATO bloßzustellen, die in der IS-Bekämpfung auf verdächtige Art versagte.

 

hier weiterlesen: http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/geostrategie/friederike-beck/wer-finanziert-den-is-.html

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